Papst Franziskus und die Männlichkeit des Erlösers

Ich spreche und schreibe ja häufiger über das grundlegende Gender-Problem des Christentums, das darin besteht, dass der Erlöser Jesus Christus ein Mann ist, zuletzt in diesem Vortrag bei der Jahrestagung der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit.

Da man steile Thesen ja immer auch belegen muss, haha, möchte ich jetzt grade hier ein Zitat dokumentieren, damit ich es wieder googeln kann bei Bedarf, das stammt aus dem Schreiben „Querida Amazonia“ von Papst Franziskus vom Februar 2020, und enthält die aktuelle Begründung dafür, warum die katholische Kirche Frauen von geistlichen Ämtern ausschließt, und zwar eben genau mit dem „Argument“ dass Jesus eben ein Mann war:

„Denn der Herr wollte seine Macht und seine Liebe in zwei menschlichen Gesichtern kundtun: das seines göttlichen menschgewordenen Sohnes und das eines weiblichen Geschöpfes, Maria. Die Frauen leisten ihren Beitrag zur Kirche auf ihre eigene Weise und indem sie die Kraft und Zärtlichkeit der Mutter Maria weitergeben.“ (Quelle)

Also das klare Bekenntnis dazu, dass der christliche Erlöser nicht in erster Linie ein MENSCH war (der zufällig, weil Menschen halt immer irgend ein Geschlecht haben, männlichen Geschlechts war), sondern dass er dezidiert ein MANN war, der von Gott auch ausdrücklich als männlich konzipiert wurde, und zwar als männlich IM UNTERSCHIED zur Weiblichkeit.

Könnte ja sein, dass Ihr das auch mal belegen müsst, denn normalerweise wird heutzutage ja alles Unsägliche, was irgend ein Papst sagt, immer heruntergespielt nach dem Motto, so hätte er das ja gar nicht gemeint oder so wäre das ja gar nicht und in Wirklichkeit wäre das christliche Gottesbild ja gar kein männliches, sondern Gott hätte kein Geschlecht, blablabla.

Das Zitat habe ich übrigens aus dem Buch Christian Ströbele, Amir Dziri, Anja Middelbeck-Varwick, Armina Omerika (Hg): Theologie gendergerecht? Perspektiven für Islam und Christentum, Verlag Friedrich Putet 2021, Seite 14, aus der Einführung der Herausgeber*innen.

PS: Das Bild links ist eine der von Michelangelo geschaffene auferstandene Christus aus der Kirche in dem italienischen Ort Bassano Romano, der erst 1997 von den Kunsthistorikerinnen Silvia D. Squarzina und Irene Baldriga wiederentdeckt wurde. Bei einer ganz ähnlichen Statue in der Kirche S. Maria sopra Minerva in Rom ist die prachtvolle Darstellung der männlichen Genitalien von einem gewissensgeplagten Mönch zerstört worden und wurde dann mit einer Art keuschem Tüchlein überdeckt, Googelts mal, das ist ganz lustig.

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