Gott und Herr

Am 13. Juni diskutiere ich mit bei einem Online-Podium „7000 mal Herr“ über die Übertragung des Gottesnamens in der neuen „Basisbibel“ mit durchgängig „Herr“, was ich für häretisch halte. Kommt gerne dazu, wenn es euch interessiert.

In der Vorbereitung möchte ich hier noch zwei Beispiele droppen, die ich bei der Gelegenheit vielleicht unterbringen kann (neben der Beobachtung, die mir in der diesjährigen Osterzeit aufgegangen ist, dass nämlich der Ruf „Der Herr ist auferstanden!“ für heutige Ohren nicht wie ein Jubelruf klingt, sondern wie eine Drohung).

Der erste ist ein Lacher, den ich beim Anschauen dieses Podiumsgesprächs über Geschlecht und Identität hatte, bei dem eine der teilnehmenden Personen, Heinrich Horwitz, auf die Frage, wie sie denn angesprochen werden möchte, antwortet, dass sie nicht gerne mit „Herr Horwitz“ angesprochen werden möchte, weil „Herr ja ein Synonym für Gott ist“. Fand ich sehr großartig. (gleich in der ersten Fragerunde, ungefähr Minute 7).

Der zweite Gedanke ist die, wie ich finde, ganz wunderbare Beschreibung Gottes, die Margarete Susman gleich am Anfang ihres Hiob-Buches wählt, und zwar: „Es ist der immer erneute Aufruf des Einen aus dem Vielen, der Aufruf des Ewigen an die Zeit, der die Zeit, in der er vernommen wird, zur Sphäre der Wahrheit prägt.“ Gott ist „das Ewige und Unbedingte, von dem Bild und Gleichnis verboten sind, dessen Name unaussprechbar ist, von dem der Mensch nichts aussagen, das er nur unmittelbar erfahren, aus dem er nur leben und sterben, für das er nur einstehen, von dem er nur Zeugnis ablegen kann“ (S. 26, 27f).

Nix mit Herr also.

Acht ja: Und dann aus aktuellem Anlass auch noch der „Herrentag“ Himmelfahrt, der im öffentlichen Bewusstsein ja auch schon gar nichts mehr mit dem Göttlichen zu tun hat, sondern einzig und allein mit unangenehmender grölender Männlichkeit assoziiert wird.

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